Nova Scotia – Leuchttürme & geheime Schätze
Mietwagenrundreise ab/bis Halifax mit allen Highlights der maritimen Landschaft
von Niklas Schmahl
Anfang Oktober startet meine Reise nach Nova Scotia an die kanadische Atlantikküste. Von Halifax beginnt eine abwechslungsreiche Rundreise durch eine der ursprünglichsten Regionen Kanadas. Zwischen kleinen Fischerdörfern und bunte Herbstlandschaften erlebe ich Nova Scotia aus ganz vielen Perspektiven. Eine Stadtrundfahrt mit dem Harbour Hopper, ein Sonnenaufgang an der Peggy’s Cove, Wanderungen durch den Kejimkujik Nationalpark und Einblicke in die Geschichte der Region prägen meine Reise. Der Bericht gibt persönliche Einblicke einer herbstlichen Reise durch den südlichen Teil Nova Scotias.
Peggys Cove – Seakayaking – wandern im Kejimkujik Nationalpark


Die Seakayak-Tour an der Atlantikküste südlich von Lunenburg ist ein Highlight für Abenteuerlustige und Naturgenießer! In Einzel – oder Zweier Seakayaks paddeln Sie in einer kleinen Gruppe entlang der malerischen Küste. Während der Fahrt können Sie Seelöwen und Weißkopfseeadler beobachten. Cape LaHave Adventures ist ein familiengeführter Anbieter, der auch Biolumineszenz-Nachttouren durchführt. Bei abendlichen Kajaktouren lässt sich beobachten, wie das Wasser in einem faszinierenden Blau aufleuchtet.

Nur eine kurze Fahrt vom Kejimkujik-Nationalpark entfernt, bieten die Mersey River Chalets eine einfache, aber sehr gemütliche Unterkunft mitten in der Natur. Die Chalets liegen direkt am Fluss und sind ein guter Ausgangspunkt für Aktivitäten im Park und in der Umgebung. Wer Wert auf Ruhe, Natur und persönliche Atmosphäre legt, ist hier genau richtig. Nehmen Sie sich eines der bereitgestellten Kajaks und paddeln über den See oder machen Sie einen kleinen Spaziergang über den Bordwalk.

The Barn Coffee & Social House ist ein charmantes Café im Herzen von Mahone Bay, das in einer liebevoll restaurierten Scheune untergebracht ist. Serviert werden frisch gebrühter Kaffee, hausgemachtes Gebäck und leichte Snacks. Besonders empfehlenswert sind die Scones und der Traditional Macchiato. Auf dem Weg Richtung Lunenburg ist das Café ein perfekter Stopp, um kurz zu verweilen und die entspannte Atmosphäre der kleinen Küstenstadt zu genießen.
Meine nächste Reise Anfang Oktober geht nach Nova Scotia, direkt an den Atlantik.
Nach einem entspannten Flug mit der Discover Airlines, lande ich pünktlich in Halifax gegen frühen Abend. Hier in Nova Scotia treffe ich auf meine Reisegruppe und lernen wir uns beim gemeinsamen Abendessen kennen. Am nächsten Morgen steht eine Sightseeingtour durch Halifax auf dem Programm mit der Harbour Hopper Tour. In einem Amphibienfahrzeug fahren wir erst zur Citadel, weiter zum Old Town Clock und vorbei an der St. Paul´s Church sowie dem Public Gardens bis wir an der Waterfront ankommen. Hier „verwandelt“ sich das Fahrzeug vom Bus zum Boot und wir genießen die Skyline von Halifax vom Wasser. Danach besuchen wir das Immigration Museum at Pier 21. Das Museum beschäftigt sich mit der Rolle Halifax als Einwanderungstor sowie mit der Ankunft und Integration vieler Europäer nach Nordamerika im 20. Jahrhundert. Pier 21 dient als kanadisches Pendant zum Bremerhavener Auswandererhaus.
Nach einer kurzen Nacht klingelt der Wecker bereits um 6 Uhr. Wir brechen früh auf in Richtung Peggy’s Cove. Pünktlich zum Sonnenaufgang kommen wir im Fischerdörfchen an. Am berühmten Leuchtturm, der als Wahrzeichen Nova Scotias gilt, sind wir bis auf ein paar Touristen und Möven für uns alleine. Die Ruhe ist einmalig. Ein Maler sitzt auf einem Felsen und fängt das kleine Dorf auf seiner Leinwand ein. Erst gegen 9 Uhr kommen die größeren Besuchergruppen und langsam wird es lebhafter. Unsere Reise führt uns weiter nach Lunenburg, einer kleinen Hafenstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
„Die bunten Holzhäuser im Kolonialstil und der noch immer aktive Fischereihafen geben der Stadt ihren besonderen Charme.“
Hier liegt auch das berühmte Schiff Bluenose II, Nachbau des legendären Renn- und Fischereischiffs aus den 1920er Jahren. Heute dient das Schiff unter anderem der Ausbildung von Matrosen und ist ein lebendiges Symbol Kanadas. Nach einer kurzen Stadtführung fahren wir weiter.
„Besuchen Sie Peggys Cove morgens zum Sonnenaufgang, um den Touristenmassen aus dem Weg zu gehen. Das frühe Aufstehen lohnt sich!“
Am nächsten Morgen besuchen wir das Ross-Thomson House in Shelburne. Das historische Haus zeigt, wie wohlhabende Kaufleute und Reeder als britische Siedler im 18. Jahrhundert lebten. Anschließend geht es nach Barrington, der Lobster Capital of Canada. Jedes Jahr im August findet hier das Shelburne County Lobster Festival statt. Die Locals kommen zusammen, veranstalten kleine Paraden und Wettbewerbe. Und natürlich gibt es Lobster bei einem großen Community Essen. Auch wir dürfen frischen Hummer probieren. Der nächste Stopp ist Yarmouth, die größte Stadt im Süden der Halbinsel.
„Hier wartet der nächste Leuchtturm auf uns: Cape Forchu.“
Die Strecke schlängelt sich entlang der Küste, bis man in der weiten Ferne den Leuchturm erblicken kann. Dies ist nicht immer gegeben. Vor der Küste sind in der Vergangenheit viele Schiffe gekentert, da diese Region oft sehr neblig ist und man teilweise nichtmehr weiter als ein paar Meter schauen kann. Nach dem Sonnenuntergang fahren wir zurück nach Yarmouth. Hier wird der Abend abgerundet mit einem Eishockeyspiel im Mariners Center.
„Nehmen Sie sich ein Kaltgetränk mit, setzen Sie sich auf die Felsen und beobachten Sie, wie die Sonne am Horizont untergeht und der Himmel sich rot färbt. Wenn es nicht neblig ist, ist es ein absolutes Highlight.„
Für den nächsten Tag war eine Whale-Watching-Tour von Brier Island geplant. Wegen stürmischen Wetters fiel die Tour leider aus.Stattdessen stand ein Besuch bei Guy’s Frenchy zum Second-Hand-Shopping auf dem Programm. Später am Tag fahren wir zum Kejimkujik National Park. Kurz vor den Toren des Nationalparks biegen wir links ab zu unserer heutigen Unterkunft, den Mersey River Chalets. Wir haben ein großes Chalet bekommen. Idyllisch im Wald gelegen liegt unsere Hütte. Die Einrichtung ist sehr einfach, aber völlig ausreichend. Das gesamte Grundstück ist von einem Bordwalk umgeben. Zudem gibt es einen größeren See, den man mit bereitgestellten Kanus und Kajaks befahren kann. Dies machen wir dann auch. In der gesamten Region war es in den letzten Wochen ungewöhnlich trocken, sodass der Wasserspiegel stark gesunken ist. Dies wird mir zum Verhängnis. Auf einem Nebenfluss setzte ich auf einem großen flachen Stein auf, konnte aber durch geschicktes Handeln glücklicherweise ein Kentern vermeiden.
„Zum Sonnenuntergang leuchten die Herbstfarben nochmal in vollen Pracht, bevor wir im Dunkeln in unsere Hütten verschwinden.“
Nach einer erholsamen Nacht fahren wir in den nahegelegenen Kejimkujik Nationalpark (kurz: Keji). Aufgrund der Weitläufigkeit kann man den Park sehr gut auf Rädern erkunden. Doch wir entscheiden uns für eine Wanderung. Auf dem Hemlocks & Hardwoods Trail erzählt uns ein Guide von den majestätischen, bis zu 300 Jahre alten Hemlocktannen und Hartholzbäumen. Die 5Km Wanderung führt über einen Bohlenweg, um die empfindlichen Wurzeln der Tannen zu schützen. Am Nachmittag haben wir etwas Freizeit und entscheiden uns noch für eine weitere Wanderung durch die wunderschöne bunte Herbstlandschaft.
„Auf der Kumu Farm gibt es einen netten Laden mit lokalen Produkten. Hier bietet es sich an, ein Andenken zu kaufen.“
Am letzten Tag steht eine Seakayaktour auf dem Programm. Südlich von Lunenburg an der Dublin Shore liegt die Bucht Cape LaHave. Von hier aus steigen wir in zweier Sea-kayaks und paddeln entlang der Küste, vorbei an versteckten idyllischen Buchten. An einer kleinen Insel machen wir eine Pause und genießen die Ruhe fernab der Zivilisation. Auf dem Rückweg sehen wir noch mehrere Seerobben, die immer wieder in der Nähe von uns kurz auf- und dann wieder schnell abtauchen. Landschaftlich ist die Tour wirklich schön und rundet hiermit eine erlebnisreiche Woche ab.
Abends endet die gemeinsame Reise und wir fliegen wieder zurück nach Deutschland.
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