Rail & Drive im Südwesten der USA
Mietwagenreise von Las Vegas nach Denver und Bahnfahrt mit dem Canyon Spirit
von Vincent Cords
Auf dieser Reise durfte ich die neue Route des Zugs „Canyon Spirit“ kennenlernen, der ab der Saison 2026 die Städte Salt Lake City und Denver miteinander verbindet. Dabei werden zwei Zwischenstopps eingelegt. Der erste in Moab, Utah, und der andere in Glenwood Springs, Colorado. Der Name des Zugs bezieht sich auf die zahlreichen Canyons, die man durchfährt und die teilweise nur mit dem Zug durchfahren werden können. Verantwortlich für den Betrieb des Zuges ist das Unternehmen, das in Kanada den äußerst erfolgreichen Rocky Mountaineer führt. Während der Fahrt kann man sich entspannt zurücklehnen, die Landschaft genießen und dabei frisch servierte Mahlzeiten zu sich nehmen. In diesem Reisebericht beschreibe ich, warum die Fahrt nicht nur für Zugbegeisterte genau das Richtige ist, um den Südwesten der USA zu erkunden!
Lounge Cars des Zugs – Fahrt durch den Ruby Canyon


Der Vormittag in Moab eignet sich besonders gut, um den Arches Nationalpark zu erkunden. Der Park besticht durch eine atemberaubende Landschaft, die zu einem Großteil aus Steinbögen besteht. Besonders hervorzuheben ist Utahs Wahrzeichen, der Delicate Arch. Auch die Windows und der Double Arch sind einmalige Highlights dieses Parks, die sich auf dieser dreistündigen Tour entdecken lassen.

Dieses schöne Hotel liegt in der Innenstadt von Moab, einen Block von der belebten Main Street entfernt. Dadurch verfügt es über eine ruhige Lage, die trotzdem zentral ist. Eine großzügige Poolanlage kann durch einen beheizten Außenpool auch an kälteren Tagen genutzt werden. Die Zimmer sind modern und hochwertig ausgestattet und bieten nach der aufregenden Zugfahrt Ruhe und Komfort.

Das Essen im Zug ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert! Es wird frisch zubereitet und am Platz serviert. Dabei gibt es eine Auswahl an lokalen Gerichten. In der Premier Class werden auch passende Weine empfohlen. Täglich werden zwei volle Mahlzeiten an Bord serviert. Dazu gibt es in den Lounge Cars kleine Snacks.
Der Start der Zugreise ist Salt Lake City. Die Anreise aus Europa gestaltet sich unkompliziert, da es div. Airlines gibt, die Direktverbindungen in Utahs Hauptstadt anbieten, u. a. Delta ab Amsterdam. In Salt Lake City empfiehlt sich eine Vorabübernachtung, zum Beispiel im feudalen Grand America Hotel, das sehr zentral liegt, sodass der Bahnhof Salt Lake City Central, wo die Zugfahrt beginnt, innerhalb kürzester Zeit gut per Shuttle erreicht werden kann. Die eigentliche Fahrt mit dem Zug beginnt um 8:00 Uhr morgens.
„An Bord wird man von zuvorkommendem, fachkundigem und außerordentlich freundlichem Personal empfangen.“
Für uns waren Plätze im hinteren Teil des Zugs reserviert. An Bord wird man von zuvorkommendem, fachkundigem und außerordentlich freundlichem Personal empfangen, das einem auf den kommenden drei Tagen auf der Fahrt durch die Rockies und Red Rocks begleitet. Kurz nach Beginn der Fahrt wurde bereits das Frühstück serviert. Für mich fiel die Wahl auf Biscuits and Gravy. Hierbei handelt es sich um ein typisch amerikanisches Frühstücksgericht. Fluffige Brötchen sind dabei mit einer herzhaften Soße übergossen. Die darin enthaltenen Stückchen Frühstückswurst können auf Wunsch auch weggelassen werden.
Die ca. sechsstündige erste Etappe führte uns zunächst durch den Großraum Salt Lake City, vorbei am Utah Lake, der ein schönes Panorama bietet. In Fahrtrichtung links erstreckte sich während dieser ersten Stunden die eindrucksvollen Wasatch Mountains. Kurz hinter dem Utah Lake orientiert sich der Routenlauf ostwärts durch die ersten beeindruckenden Felsformationen. Durch die Panoramafenster lässt sich dabei die Landschaft von allen Sitzplätzen besonders gut beobachten. Sehr zu empfehlen ist die Reise in der Premium-Klasse, die sich u. a. dadurch von der Standardvariante in der Signature- Klasse unterscheidet, dass mehrere Lounge Cars genutzt werden können. Diese verfügen über bequeme Sessel in und entgegen der Fahrtrichtung und jeweils über eine Bar, an der auf Wunsch zubereitete Getränke und Snacks bestellt werden können.
„Durch die Panoramafenster lässt sich dabei die Landschaft von allen Sitzplätzen besonders gut beobachten.“
Die Route verläuft über die Ortschaften Helper und Green River, wo der mächtige gleichnamige Fluss überquert wird. Die Zugfahrt endet zunächst in Thompson Springs, da das Streckennetz keine Fahrt direkt nach Moab zulässt. Von hier aus wird man in einer etwa einstündigen Fahrt nach Moab gebracht, wo die erste Nacht verbracht wird. Die Ankunftszeit von ca. 15:00 Uhr lässt es zu, dass man noch genug Zeit hat, um diese lebendige kleine Stadt ein bisschen zu erkunden. Besonders an der Main Street gibt es viele Läden, in denen man schöne Souvenirs kaufen kann. Unzählige Restaurants stehen für das Abendessen zur Verfügung. Typisch amerikanisch zum Beispiel im Moab Diner mit klassischen Neonschildern oder, etwas schicker, im Desert Bistro. Die Übernachtung erfolgt im uneingeschränkt zu empfehlenden Hoodoo Moab, Curio Collection by Hilton Hotel. Es liegt einen Block abseits der Main Street und dadurch recht ruhig, aber trotzdem zentral. Die Zimmer sind hochwertig und gemütlich eingerichtet.
„Nach Ankunft in Moab empfehle ich einen Abendspaziergang durch die Stadt. In vielen kleinen Läden kann man schöne Souveniers erstehen.“
Die Abfahrt des Zugs erfolgt heute erst um 12:00 Uhr, wodurch genug Zeit für einen Ausflug in den Arches Nationalparks bleibt. Der Nationalpark gehört zu den bekanntesten der USA und ist ganz sicher eines der Highlights der Gegend. Wir hatten eine etwa dreistündige Tour gebucht, auf der wir alle Höhepunkte des Parks besichtigen konnten, die teilweise über kurze Wanderungen zu erreichen sind.
Die heutige Etappe verläuft von Moab nach Glenwood Spings. Dabei folgen die Gleise zu einem Großteil der Fahrt dem Colorado River, wodurch sich durchaus Chancen auf Tiersichtungen bieten. Wir hatten das Glück eine Otterfamilie beobachten zu können. Weißkopfseeadler und Gabelböcke sind ebenfalls entlang der Strecke auszumachen. Kurz hinter der Staatengrenze zwischen Utah und Colorado beginnt die Fahrt durch den Ruby Canyon, ganz sicher ein Highlight der gesamten Fahrt. Der malerische Colorado River und senkrechte Felsenklippen säumen die Strecke und bieten ein einzigartiges Panorama. Knapp 25 Kilometer zieht sich der Canyon in die Länge, der nur mit dem Zug durchfahren werden kann. Besonders in den Sommermonaten zieht es auch einige Rafter in den Fluss. Anschließend werden die Orte Grand Junction und Palisades passiert, bevor der Zug den nächsten Canyon, den De Beque Canyon, durchfährt, der dem Ruby Canyon in nichts nachsteht. Im weiteren Verlauf zeichnet sich die Landschaft wiederum durch Weite aus, wobei einen das Bergpanorama in der Entfernung begleitet. Nach insgesamt sechs Stunden Fahrt erreicht der Zug Glenwood Springs.
„Der malerische Colorado River und senkrechte Felsenklippen säumen die Strecke und bieten ein einzigartiges Panorama.“
Der Ort zeichnet sich besonders durch mehrere heiße Quellen und daran angegliederte Thermalbäder aus, die auch abends noch besucht werden können. Unser Hotel befand sich direkt am Bahnhof von Glenwood Springs und lag damit sehr zentral in der malerischen Stadt. Wie auch in Moab bietet die nicht allzu späte Ankunftszeit von ca. 18:00 Uhr noch Zeit, um die kleine Innenstadt zu erkunden.
Am dritten und letzten Tag erfolgt die Abfahrt um 10:30 Uhr. Wenn man es am Vorabend nicht mehr geschafft hat, kann man heute den Vormittag nutzen, um die Stadt ein bisschen kennenzulernen. Direkt nach der Abfahrt bekommt man einen ersten Eindruck der Landschaft, die heute durchfahren wird. Der Glenwood Canyon wird parallel zur Interstate 70 passiert. Dabei schlängelt sich die Route wieder entlang des Colorado River und führt über diverse Brücken und durch mehrere Tunnel. Es folgen weitere Canyons, mit dem Burns und Byers Canyon sind nur zwei zu nennen. Eindrucksvoll sind auch einige Hochebenen, die auf der heutigen Etappe durchfahren werden. Kurz hinter dem Wintersportort Winter Park folgt die Fahrt durch den berühmten Moffat Tunnel, der seit rund 100 Jahren den West- mit dem Ostteil der Rocky Mountains verbindet.
„Eindrucksvoll sind auch einige Hochebenen, die auf der heutigen Etappe durchfahren werden.“
Innerhalb des Tunnels überquert der Zug den mit über 3.000 m höchsten Punkt der gesamten Reise. Ab jetzt geht es wieder bergab bis nach Denver. Nach etwa einer halben Stunde kann man das erste eindrucksvolle Panorama über die gesamte Metropolregion von Denver bestaunen. Nach etwa zwei weiteren Stunden endet die Fahrt in Denver an der Union Station und es heißt Abschied nehmen von einer Zugfahrt, die durch eine der schönsten Gegenden der Welt verläuft. Auch heißt es Abschied nehmen vom Zugpersonal, das uns die letzten Tage auf der Reise begleitet und uns nicht nur mit zahlreichen wissenswerten Informationen zu Geologie und Geschichte und mit persönlichen Anekdoten bereichert hat, sondern auch mit sehr gutem Essen und ausgewählten Menüfolgen.
Eine Fahrt mit dem Canyon Spirit empfehle ich deshalb nicht nur für Zugbegeisterte, sondern besonders auch für Reisende, die beeindruckende Natur erleben möchten, dabei aber Wert auf Komfort und Entspannung legen. Diese Zugfahrt ist ein unvergessliches Erlebnis!
Mietwagenreise von Las Vegas nach Denver und Bahnfahrt mit dem Canyon Spirit
Mietwagenrundreise durch die Rocky Mountains zum Yellowstone Nationalpark ab/bis Salt Lake City